Fachkräftemangel, steigende Personalkosten und der Wunsch nach einer möglichst hohen Anlagenverfügbarkeit erhöhen den Automatisierungsdruck auch bei der Verpackungskennzeichnung. Mit dem HERMA AutoSplicer lässt sich der Rollenwechsel im Etikettierprozess unterbrechungsfrei organisieren – erstmals auch bei Etikettenrollen, deren Bahn fest mit der Rollenhülse verbunden ist. Möglich macht dies ein neues optionales Schneidesystem, mit dem HERMA den Einsatzbereich seiner automatischen Rollenwechsellösung erweitert. Welches Produktivitätspotenzial der unterbrechungsfreie Rollenwechsel bietet, zeigt eine praxisnahe Beispielrechnung von HERMA: Bei zehn Rollenwechseln pro Schicht und einer durchschnittlichen Wechselzeit von drei Minuten entstehen durch manuelle Rollenwechsel 30 Minuten Stillstand pro Schicht. Im Drei-Schicht-Betrieb summiert sich dies auf rund 90 Minuten täglich. „Bei 47 Produktionswochen können daraus rechnerisch mehr als 350 Stunden pro Jahr entstehen“, sagt Max Kunert, Leiter Projekt- und Produktmanagement bei HERMA. „Die tatsächliche Einsparung hängt selbstverständlich von der Produktionsgeschwindigkeit, der Rollengröße und der jeweiligen Anlagenkonfiguration ab. Das Beispiel zeigt jedoch, wie schnell regelmäßig wiederkehrende Unterbrechungen zu einem erheblichen Produktivitätsfaktor werden.“
Kontrolliertes Abtrennen ohne manuellen Eingriff
Der HERMA AutoSplicer verfügt über zwei Rollenabwicklungen. Während die Etikettenbahn einer Rolle verarbeitet wird, steht die zweite Rolle bereits für den nächsten Wechsel bereit. Nähert sich die aktive Rolle ihrem Ende, verbindet das System deren Bahn automatisch mit der vorbereiteten Etikettenbahn der Reserverolle. Der Etikettierprozess läuft währenddessen weiter. Anschließend kann das Bedienpersonal die leere Rolle ersetzen und die Rollenabwicklung für den nächsten Wechsel vorbereiten.
Bisher setzte dieser Ablauf voraus, dass sich die Etikettenbahn am Rollenende selbstständig von der Hülse löst. Das ist bei Rollen möglich, bei denen die Bahn nicht an der Hülse befestigt ist. Bei anderen Rollenausführungen ist die Etikettenbahn dagegen fest mit der Hülse verbunden. Ein vollständiges Auslaufenlassen kann hier zu unerwünschten Spannungen führen und die Bahn beschädigen oder reißen lassen. Genau an diesem Punkt setzt das neue Schneidesystem an: Es trennt die Etikettenbahn ohne manuelles Eingreifen kontrolliert ab, bevor die Rolle vollständig aufgebraucht ist. Dadurch kann der AutoSplicer den Rollenwechsel auch bei fest mit der Hülse verbundenen Bahnen unterbrechungsfrei durchführen. Da das Schneidesystem nur für diese Rollenausführungen erforderlich ist, bietet HERMA es optional an. Zudem profitieren Bediener von einer spürbar einfacheren Maschinensteuerung und einer optimalen Prozessvisualisierung, dank des neu integrierten, maßgeschneiderten HMI-Systems und der intuitiven GUI-Gestaltung.
Standardisierte Abläufe für stabilere Prozesse
„Produktionsunternehmen müssen ihre Anlagen möglichst effizient nutzen und zugleich ihre Mitarbeitenden von wiederkehrenden Routinetätigkeiten entlasten“, sagt Kunert. „Das neue Schneidesystem erweitert die Einsatzmöglichkeiten des AutoSplicers und automatisiert den Rollenwechsel nun unabhängig davon, ob sich die Bahn selbstständig von der Hülse löst.“ Automatisierte Rollenwechsel standardisieren die Abläufe, reduzieren manuelle Eingriffe und verbessern die Planbarkeit der Fertigung. Besonders bei leistungsstarken Etikettierlinien mit hohen Bahngeschwindigkeiten und häufigen Rollenwechseln kommt dieser Vorteil zum Tragen. Für solche Anwendungen ist der AutoSplicer ausgelegt: Selbst bei Bahngeschwindigkeiten von mehr als 110 Metern pro Minute sorgt die Splicetechnologie für eine sichere Verbindung der Etikettenbahnen und einen stabilen, materialschonenden Prozess. Dabei verarbeitet der HERMA AutoSplicer Papier- und Folienetiketten ebenso wie transparente oder mehrlagige Etikettenmaterialien. Der HERMA AutoSplicer lässt sich problemlos auch in bestehende Etikettiersysteme und damit flexibel in unterschiedliche Produktionsumgebungen integrieren. Umfangreiche Umbauten oder aufwendige Schulungen sind in der Regel nicht erforderlich. „Der AutoSplicer mit dem neuen Schneidesystem zeigt, wie HERMA den gesamten Etikettierprozess in den Blick nimmt“, betont Max Kunert. „Unser Ziel ist es, nicht nur das eigentliche Etikettieren, sondern auch die Materialzuführung und angrenzende Handlingprozesse konsequent zu automatisieren.“